Vorsorge für Frauen

20 + Jahre:

In dieser Altersgruppe empfiehlt sich alle 1 - 2 Jahre eine gyn. Untersuchung (ev. mit Brustkontrolle) und die monatliche Brustselbstkontrolle. Wir empfehlen Ihnen im Rahmen der vorbeugenden Massnahmen:

Brustselbstkontrolle

Das Risiko für Brustkrebs beginnt ab etwa 30 Jahren leicht zu steigen. Auch wir werden spätestens ab 30 anlässlich der Kontrolle - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - auch immer die Brust kontrollieren als weitere Sicherung Ihrer monatlichen Selbstkontrolle.

Jahreskontrolle

Falls Sie die "Anti-Baby-Pille" einnehmen, werden wir Ihnen bei der Jahreskontrolle den Krebsabstrich entnehmen.

(1) - 2 - Jahreskontrolle

Falls Sie die "Anti-Baby-Pille" nicht einnehmen und vorausgesetzt, die bisherigen Abstriche waren in Ordnung, dürfen Sie höchstens 2 Jahre warten. Wir entscheiden individuell, je nach Besprechung und Ihrer persönlichen Situation.

Falls Sie eine Schwangerschaft planen

Für die wichtige Einnahme von Vitamintabletten (mit Folsäure) im Hinblick auf die frühe Schwangerschaftsentwicklung (Vorbeugung gegen offenes Rückenmark), fragen Sie uns.

Zusammenfassung

Von diesen sehr groben, allgemeinen Richtliniern wird im Einzelfall - je nach Ihren individuellen Gegebenheiten - abgewichen! Hand auf's Herz:.... wann haben Sie sich letztmals gegen Starrkrampf und Kinderlähmung impfen lassen? Schützen Sie sich vor direkter Sonnenbestrahlung? .... Achten Sie auf Veränderungen von Muttermalen oder andern braunen Flecken auf der Haut?

35 + Jahre:

Brustselbstkontrolle

Das Risiko für Brustkrebs beginnt ab etwa 30 Jahren leicht zu steigen. Ihr Einverständnis vorausgesetzt, werden wir anlässlich der Kontrolle auch Ihre Brust kontrollieren als weitere Sicherung Ihrer monatlichen Selbstkontrolle. Je nach Situation werden wir auch gelegentlich den Tastbefund mit der Röntgenuntersuchung (Mammographie) ergänzen.

1–2–Jahreskontrolle

Ob nach 1 oder 2 Jahren entscheiden wir individuell, je nach dem ob einer der Partner unterbunden ist, ob Sie Medikamente einnehmen, je nach Ihrer Vorgeschichte (Beschwerden, Erkrankungen, Operationen, Resultat der bisherigen Abstriche vom Muttermund etc.)

Häufig genannte Beschwerden in dieser Altersgruppe sind:

  • Brustspannen oder gar Schmerzen besonders vor der Menstruation

  • Harninkontinenz (unwillkürlicher Harnabgang, besonders beim Husten, Lachen, Niesen)

  • Störungen des Menstruationszyklus auch bei einem bisher regelmässigen Zyklus.

  • Stimmungsschwankungen besonders vor der Menstruation

Alle diese Symptome müssen noch nichts mit einer (kommenden) "Abänderung" zu tun haben. Vorsicht bezüglich Verhütungsdisziplin, falls Sie oder Ihr Partner nicht unterbunden sind. Eine (ohne Anti - Baby - Pille) regelmässige Periode kann plötzlich unregelmässig werden und eine Schwangerschaft zur Folge haben...

Falls Sie eine Schwangerschaft planen:

Nicht mehr lange zuwarten. Die Fruchtbarkeit kann abnehmen. Andererseits kann eine Schwangerschaft bis über 40 Jahre hinaus ganz normal verlaufen, aber auch neue Probleme bereiten. Das Risiko steigt jetzt fürs Kind. Wir empfehlen auch unbedingt die Einnahme von Vitamintabletten (bes. Folsäure) vor einer geplanten Schwangerschaft. Fragen Sie danach.

45 + Jahre:

Brustselbstkontrolle

Sie ist jetzt wichtig und sollte regelmässig durchgeführt werden. Das Risiko für Brustkrebs ist jetzt relativ hoch, besonders auch, wenn in der Familie schon Erkrankungsfälle bekannt sind. Nebst Ihrer monatlichen Selbstuntersuchung werden wir - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - auch immer die Brust kontrollieren als weitere Sicherung Ihrer monatlichen Selbstkontrolle. Auch werden wir besprechen und gemeinsam entscheiden, wann wir die Tastuntersuchung mit der Röntgenuntersuchung (Mammographie) ergänzen wollen. (Zusätzliche Sicherheit von 5-15%)

1–2-Jahreskontrollen

Ob nach 1 oder 2 Jahren eine Jahreskontrolle erfolgen soll, entscheiden wir individuell, je nach dem, ob einer der Partner unterbunden ist, ob Sie Medikamente einnehmen und nach Ihrer Vorgeschichte (Beschwerden, Erkrankungen, Operationen etc.). Vielleicht kommen Sie etwas früher in die Wechseljahre (besonders Raucherinnen!), vielleicht etwas später. Auch der Krebsabstrich muss weit über das 50igste Lebensjahr hinaus durchgeführt werden, obwohl das Risiko jetzt eher sinkt an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken (nur dieser kann mit dem "Abstrich" frühzeitig erkannt werden!). Dafür steigt etwas das Risiko für den Gebärmutter - Schleimhautkrebs.

Empfohlen ist, die Perioden immer aufzuschreiben und bei jedem Arztbesuch (auch Hausarzt) mitzubringen. Blutungen, die nach einem blutungsfreien Intervall von mehr als 6 Monaten (z.B. im Rahmen der Abänderung) auftreten, auch wenn sie nur schwach sind sollten dem Hausarzt/Gynäkologen gemeldet werden. Wir können so ums "fünfzigste" Lebensjahr auch die Vorteile und ev. Risiken der Hormontherapie (Oestrogentherapie) besprechen, spätestens falls entsprechende Beschwerden auftreten sollten. Falls Sie schon jenseits der Menopause sind, also keine Perioden mehr aufweisen, empfehlen wir Ihnen auch die gelegentliche Durchführung eines Stuhltestes (Kontrolle auf unsichtbares Blut im Stuhl), durch den Gynäkologen oder bei uns. Leider steigt auch das Risiko für eine bösartige Darmerkrankung an.

55 + Jahre:

Vorbeugende Massnahme, da das Risiko jetzt bezüglich bösartigen Erkrankungen immer noch relativ hoch ist, besonders für:

  • Brustkrebs (Vorsorge: Brustselbstkontrolle, gelegentlich ergänzt durch Arztkontrolle, ev. ergänzt durch Mammographie).

  • Gebärmutter - Schleimhautkrebs (Vorsorge: Blutungen melden, Hinweise ev. mit der Ultraschall - Scheidensonde erfassbar). Vorsorge auch möglich mit zyklischer Hormontherapie.

  • Eierstockskrebs (Vorsorge auch für den Arzt schwierig, aber neuere Möglichkeiten, z.B. mit dem Ultraschall - Scheidensonde lassen eine verbesserte frühzeitige Erfassbarkeit erwarten).

  • Darmkrebs (Vorsorge: Stuhlunregelmässigkeiten die andauern, melden, "Stuhltest" durchführen lassen).

Brustselbstkontrolle

Sie ist jetzt wichtig und sollte regelmässig durchgeführt werden. Das Risiko für Brustkrebs ist relativ hoch, besonders auch, wenn in der Familie schon Erkrankungsfälle bekannt sind. Nebst Ihrer monatlichen Selbstuntersuchung werden wir - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - auch immer die Brust kontrollieren als weitere Sicherung Ihrer monatlichen Selbskontrolle. Auch werden wir besprechen und gemeinsam entscheiden, wann wir die Tastuntersuchung mit der Röntgenuntersuchung (Mammographie) ergänzen willen.

2 - Jahreskontrolle

Falls nicht besondere Verhältnisse vorliegen oder Sie alle Jahre eine Kontrolle wünschen, genügen 2 - Jahreskontrollen, wobei wir den Krebsabstrich weiterhin durchführen werden, falls die Gebärmutter noch vorhanden ist, obwohl das Risiko jetzt eher sinkt an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. (Nur dieser kann mit dem "Abstrich" frühzeitig erkannt werden!). Dafür steigt das Risiko für den Gebärmutter - Schleimhautkrebs. Von Ausnahmen abgesehen für Frauen, die die Periode noch haben, dürfen jetzt keine Scheidenblutungen mehr auftreten, ausser unter Hormontherapie, die vom Arzt ausdrücklich erwähnte Blutungen auftreten lässt.

65 + Jahre:

Vorbeugende Massnahmen:
Sie haben schon Vieles überstanden, das Jüngere von sich noch nicht behaupten können! Wir richten uns bezüglich Kontrollen nach Ihrer persönlichen gesundheitlichen Vorgeschichte. Ganz allgemein gilt aber, weiterhin vorbeugende Kontrollen wahrzunehmen, z.B. wie folgt:

Bösartige Brusterkrankung

Die regelmässigen Brust-Selbskontrollen, meistens ergänzt durch die Röntgenkontrolle (Mammographie) alle zwei Jahre, die durch den Arzt veranlasst wird, der bei dieser Gelegenheit auch untersucht.

Bösartige Gebärmuttererkrankung (falls Gebärmutter noch vorhanden)

Weiterhin alle 2 Jahre den Krebsabstrich abnehmen zu lassen. Blutungen, die jetzt nicht mehr auftreten dürfen - ausser Sie stünden unter zyklischer Hormontherapie - unbedingt melden und abklären lassen (auch wenn es nur "ganz wenig" blutet!)

Bösartige Eierstockserkrankungen (falls zumindest noch 1 Eierstock vorhanden)

Alle 2 Jahre anlässlich der gynäkologischen Untersuchung den oder die Eierstöcke abtasten zu lassen. Wenn diese Untersuchung schwierig ist (z. B. infolge Fettleibigkeit oder aus anderen Gründen) kann sie mittels der Ultraschalluntersuchung (von der Scheide aus) ergänzt werden.

Bösartige Darmerkrankungen

Den Stuhltest (Untersuchung auf unsichtbares Blut im Stuhl) etwa alle 2 Jahre durch den Hausarzt oder bei uns durchführen.

Download: Check-Up für Frauen

(c) Dr. med. Brigitta Krieger - Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 26. April 2012