Rechtsmedizinische Aspekte

Medizinischer Behandlungsfehler

gruppenpraxis krieger & stäger

In der kurativ tätigen Medizin fragen wir uns oft wofür wir rechtsmedizinische Kenntnisse benötigen? Wenn wir Rechtsmedizin als Anwendung medizinischer Kenntnisse zum Zwecke der Rechtspflege ansehen wird uns rasch bewusst, dass wir solche Kenntnisse im Alltag benötigen. Für solche Fälle muss man sich die rechtsmedizinische Denkweise zu Eigen machen.

Denken wir z.B. an den medizinischen Behandlungsfehler früher Kunstfehler, oder im Klartext die grobe Fahrlässigkeit des Arztes. Bei diesem Stichwort läuft es dem kurativ tätigen Arzt grundsätzlich kalt über den Rücken. Dieser Zustand kann sich dann zu anhaltendem Unbehagen, ja Bedrückung steigern, wenn man selbst in eine derartige Katastrophe involviert ist. Entspannter steht man dem Problem gegenüber wenn man weiss, dass das Damoklesschwert, das über den behandelnden Ärzten schwebt an einem gar nicht so dünnen rechtlichen Faden hängt.

Der juristische Korridor in dem der medizinische Behandlungsfehler beurteilt wird ist recht breit. So fällt dieses Schwert nicht schon bei der Beurteilung des kausalen Zusammenhanges zwischen einem von Seiten des Patienten behauptenden Schadens und der ärztlichen Handlung sondern Kernpunkt einer differenzierten Judikatur ist jeweils die grobe Fahrlässigkeit, also die Sorglosigkeit derer sich ein Arzt schuldig macht. Hinzu kommt auch, dass die Juristen wissen, dass es sich bei der ärztlichen Tätigkeit um eine solche mit besonderer Gefahrenneigung handelt. Das heisst, dass der Misserfolg zum berufstypischen Risiko des Arztes gehört. Bringt der Arzt die Bereitschaft mit für sein ärztliches Handeln und Verhalten und dessen Folgen gegenüber seiner Patienten einzutreten und der begangene Fehler einzugestehen und wieder gut zu machen kann er sich viele Unannehmlichkeiten ersparen.

Legalinspektion (Leichenschau)

Der Zweck der Totenschau liegt in der Wahrung der Rechte des Verstorbenen, der Angehörigen und der Öffentlichkeit. Damit ist das Grundelement der Leichenschau nicht so sehr die Feststellung der Todesursache, sondern den strengsten Wertungsmassstab im Hinblick auf die rechtliche Beurteilung stellt die Todesart dar. Es ist dabei die Frage zu klären, welcher Vorgang zum Tod geführt hat. Das heisst ob ein natürlicher Tod, ein Suizid, ein Unfall oder Fremdeinwirkung vorliegt. Die Todesbescheinigung darf erst dann unterschrieben werden, wenn über diese letzte Differenzialdiagnose Klarheit herrscht. Erheben sich Zweifel stelle man die Weichen rechtzeitig in Richtung Rechtsmedizin.

Link zum Ablaufschema "Vorgehen bei Tod"

Link zum Merkblatt Legalinspektion